Funktionelle neurologische Störungen: Wenn Emotionen den Körper steuern
- Sophia Sandig

- 24. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Okt. 2025

Vielleicht haben Sie es selbst erlebt – oder jemand aus Ihrem Umfeld: plötzlich zuckt ein Arm, die Beine werden schwer oder die Stimme versagt. Der Körper sendet Warnsignale und doch zeigen Untersuchungen wie MRT oder Bluttests keine körperliche Ursache. Diese Beschwerden sind real. Sie gehören zu den funktionellen neurologischen Störungen (FND). Für Betroffene sind solche Symptome oft sehr belastend und schwer zu verstehen.
Was sind funktionelle neurologische Symptome?
Funktionelle neurologische Symptome entstehen nicht durch organische Schäden, sondern durch eine fehlerhafte Verarbeitung zwischen Gehirn, Nervensystem und Emotionen. Dabei kann es zu Zittern ohne Befund, Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Bewegungsstörungen kommen – alles ohne klassischen medizinischen Nachweis.
Beispiel: Lisa, 34 Jahre Lisa, 34, lebt in Dresden und arbeitet im Büro. Seit Monaten hat sie Zuckungen im rechten Arm – ohne organische Ursache. Untersuchungen bleiben unauffällig. Bald kommen Schlafstörungen und Zittern hinzu. Die Diagnose: funktionelle neurologische Störung. Durch gezielte Therapie konnte Sie lernen, den Zusammenhang zwischen Stress und Körperreaktion zu verstehen - und ihren Körper wieder als verlässlich zu erleben.
Bewegungsstörungen ohne Befund - Was sagt die Forschung?
Eine Studie von Sojka und Kollegen (2018) zeigt eindrucksvoll:
Körperreaktionen und Gefühle: Menschen mit funktionellen neurologischen Störungen (FND) reagieren stärker mit ihrem Körper auf emotionale Reize. Herzschlag und andere Stressanzeichen steigen deutlicher an – auch wenn sie selbst das nicht immer bewusst merken.
Gehirn und Bewegung: In bildgebenden Verfahren zeigte sich, dass emotionale Hirnareale (wie das limbische System) ungewöhnlich stark mit Bereichen für Bewegung verbunden sind. Das könnte erklären, warum Emotionen direkt körperliche Symptome auslösen können.
Gefühle im Hintergrund: Viele Betroffene nehmen ihre Gefühle nicht bewusster oder intensiver wahr. Die Reaktionen laufen also oft unbewusst ab – der Körper übernimmt die Sprache, wenn Gefühle nicht direkt wahrgenommen oder ausgedrückt werden können.
Quelle: Sojka P. et al. (2018). Processing of Emotion in Functional Neurological Disorder. PMC6182079
Deshalb ist das für Sie wichtig
Die Ergebnisse machen deutlich: Funktionelle neurologische Symptome (FNS) sind real und körperlich spürbar, auch wenn sie ihren Ursprung in der emotionalen Verarbeitung haben.
Funktionelle Symptome sind keine Einbildung. Sie sind Ausdruck echter körperlicher Reaktionen, die durch Gefühle ausgelöst werden. Das kann erklären, warum funktionelle neurologische Symptome oft in Zeiten von Stress, Konflikten oder emotionaler Belastung auftreten.
Das können Sie tun, wenn Ihr Körper außergewöhnlich reagiert
Übungen zur Gefühlswahrnehmung, Achtsamkeitsübungen oder spezielle Psychotherapie-Methoden wie EMDR oder auch körperorientierte Ansätze können dazu beitragen, den Kreislauf zwischen Emotionen und Körperreaktion zu durchbrechen.
Bei mir erhalten Sie Hilfe bei funktionellen neurologischen Störungen
Sie fragen sich, ob Sie unter einer funktionellen neurologischen Funktionsstörung leiden? Sie benötigen Rat oder konkrete Hilfestellung?
Dann nehmen Sie Kontakt zu mir auf.
Ich helfe meinen Klienten Ursachen zu erkennen und in passenden Therapieformen funktionelle neurologische Funktionsstörungen zu reduzieren. Hierzu nutze ich bspw. psychotherapeutische Methoden, EMDR und körperorientierte Ansätze.
Seien Sie sich sicher: Funktionelle neurologische Störungen sind das Ergebnis eines Zusammenspiels von Emotionen, Gehirn und Körper. Wenn Gefühle keinen direkten Ausdruck finden, können sie in Form von körperlichen Symptomen sichtbar und durch geeignete Therapie behandelt werden.



