Freizeitkrankheit – Warum wir ausgerechnet im Urlaub krank werden
- Sophia Sandig

- 1. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Endlich Urlaub! Wochenlang haben Sie darauf hingearbeitet, jetzt beginnt die wohlverdiente Erholung. Doch statt Entspannung beginnen plötzlich Kopfschmerzen, der Hals kratzt, die Nase läuft oder die Verdauung spielt verrückt. Während der Arbeitswoche hingegen funktioniert Ihr Körper scheinbar reibungslos. Dieses Phänomen wird in der Psychosomatik Freizeitkrankheit (Leisure Sickness) genannt.
Was steckt hinter der Freizeitkrankheit?
Der Begriff „Freizeitkrankheit“ stammt aus der Stressforschung und meint ein wiederkehrendes Muster: Menschen werden krank, sobald sie zur Ruhe kommen – also am Wochenende, an Feiertagen oder im Urlaub.
Typische Symptome für die Freizeitkrankheit sind:
- Erkältungen und Infekte
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Übelkeit, Magenbeschwerden
- Muskelverspannungen
- Erschöpfung oder depressive Verstimmungen
Ein Beispiel für die Freizeitkrankheit:
Markus, 42, Abteilungsleiter: Im Skiurlaub bekommt er regelmäßig Fieber und Halsschmerzen – schon am ersten Tag. Ärztlich lässt sich keine Ursache finden. Erst in einer Beratung erkennt er: Sein Körper reagiert immer dann, wenn er loslässt. Der Übergang vom Dauerstress in die Erholung fällt ihm schwer.
Sollten Sie sich darin wiedererkennen, sind Sie damit nicht allein. Laut einer Befragung der IU internationalen Hochschule haben 7 von 10 Arbeitnehmern die Freizeitkrankheit bereits erlebt oder leiden regelmäßig darunter.
Krank im Urlaub, warum passiert das?
Wie kommt es dazu, dass ein Erholungszeitraum krank macht? Die Forschung vermutet mehrere Faktoren:
1. Stress-Immunologie: Dauerstress kann das Immunsystem ins Ungleichgewicht bringen, etwa über chronisch erhöhte Cortisolspiegel oder gestörte Schlafqualität. Im Alltag hält Cortisol - unser Stresshormon - den Körper auf Leistung. Wenn die Stresslast fällt, braucht das Immunsystem Zeit, sich zu erholen, was in den ersten freien Tagen zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen könnte.
2. Psychovegetative Umstellung: Wer ständig „unter Strom“ steht, kann nicht so leicht abschalten. Der Wechsel vom „Sympathikus-Modus“ (Leistung, Aktivität) in den „Parasympathikus-Modus“ (Erholung) gelingt nicht sofort. Dieser „Übergangskonflikt“ kann körperliche Beschwerden auslösen.
3. Psychologische Faktoren: Manche Menschen verbinden Freizeit unbewusst mit Schuldgefühlen, Kontrollverlust oder Leistungsentzug. Freizeit fühlt sich für sie fast „falsch“ an und das erzeugt wieder unbewusst Stress.
4. Aufmerksamkeit auf den Körper: Während der Arbeit lenken Aufgaben ab. In der Ruhe – bspw. im Urlaub - spüren wir kleine Symptome plötzlich viel stärker.
Quellen:
Was können Sie tun, um gesund in den Urlaub zu starten?
• Langsamer Übergang: Nicht von 100% Arbeit auf 0% Ruhe herunterfahren. Besser: schon unter der Woche kleine Pausen einplanen oder ein bis zwei halbaktive Tage vor dem Urlaubsbeginn.
• Rituale oder Entspannung: Spaziergänge, Atemübungen, Meditation oder Yoga helfen, Stress loszulassen und mental Abstand von der Arbeit zu gewinnen.
• Gesunde Basis: Regelmäßiger Schlaf, Bewegung und Ernährung stärken das Immunsystem.
• Therapeutische Begleitung: Wer immer wieder in der Freizeit krank wird, kann in der Therapie lernen, mit Stress und innerem Druck anders umzugehen.
Fazit:
Die Freizeitkrankheit zeigt eindrucksvoll: Körper und Psyche sind eng verbunden. Wer es schafft, Stress nicht erst im Urlaub, sondern schon im Alltag abzubauen, kann verhindern, dass die ersehnte Erholung zur Krankheitsfalle wird.
Möchten Sie lernen, wie Sie Stress anders bewältigen und Ihren Körper im Urlaub gesund halten können?
Dann nehmen Sie Kontakt zu mir auf – ich begleite Sie gern.



